Dieses Wave Gotik Treffen im Jahr 2025 sollte ein wenig anders verlaufen als die Jahre davor. Wir gingen zwar wieder am Donnerstag Abend etwas essen, aber dieses Mal fand unser WGT Auftakt ausnahmsweise mal wieder in der Agra statt
Der WGT-Freitag
Auch der erste WGT Tag begann anders als die Jahre zuvor. Normalerweise wurde das viktorianische Picknick besucht. Aufgrund des wechselhaften Wetters ging es Richtung Agra bzw. Heidnisches Dorf.
Die erste Band, die ich sah bzw. hörte, war damit Milan Mar im heidnischen Dorf. Atmosphärische Klänge, die Ideal zum Ort ihres Auftrittes passten. Als wenn sich jemand das gut überlegt hätte 😉
Als nächstes trat meine Lieblingsband auf. Und natürlich lest ihr nur Positives über Coppelius. Ein großartiger Auftritt der Band, die den krankheitsbedingten Ausfall von Comte Caspar gut kompensieren konnten. Natürlich fehlte er, aber trotzdem ein guter und unterhaltsamer Auftritt, was vorallem dem geschuldet war, dass die Gesangsparts von Caspar von diversen Bandmitgliedern übernommen wurden und dem Ganzen eine besondere Note gaben.
Alphaville war der letzte Programmpunkt von mir am ersten WGT-Tag. Damit waren meine musikalischen Must-Sees auch schon fast am ersten Tag erfüllt – wie praktisch, weniger Freizeitstress. Zu Alphaville muss ich sagen, dass ich den Auftritt ok fand, aber gleichzeitig froh war, dass ich ihn im Zuge des Festivals wahrgenommen habe und nicht extra zu einem Konzert gefahren bin.
Der WGT-Samstag
Der WGT-Samstag begann im Heidnischen Dorf mit Totentanz Strumpfsockig, einer Gothic-Mittelalter-Punk-Rock-Band. Ein sehr interessanter Auftritt, auch weil ich so Misch-Genre bisher nicht so oft erlebt habe. Die Mitglieder wurden einzeln begleitet auf die Bühne gebracht, bevor die Seelensammlerin das Konzert eröffnete.
Leider regnete es danach, so dass Zuflucht in der Agra-Halle gesucht wurde. Die perfekte Gelegenheit die Lesung von dem Tod wahrzunehmen. Der Tod führte mit Seitenhieben auf aktuelle Weltgeschehnisse durch sein Programm. Das sowohl Stilblüten aus Zeitungen, als auch Parodien auf Bekanntes aus der Popkultur aufbaute. Hier sind z.B. „Rauch, Gebeine Tod“ als Antwort auf Shirin Davids „Bauch, Beine Po“ oder „Urnie und Beet“ zu nennen.
Als Gast kam später noch Mark Benecke für ein Quiz auf die Bühne, bei dem es um nichts Weiteres als sein Leben ging. Zum Glück schaffte er es knapp drei von fünf Fragen zu beantworten.
SiTD und Funkter Vogt
Im Anschluss traten nacheinander SiTD und Funker Vogt auf. Zwei gewöhnliche Auftritte, die ich als „War ok, kann man sich ansehen“ einordnen würde.
Am WGT-Sonntag
Nach einem langen Frühstück war meine erster Besuch einer Veranstaltung am Sonntag eine Zaubershow.
Black Freak Show – Zaubershow von Attila Karoly
Der Zauberkünstler Attila Karoly machte eine Vorstellung der anderen Art mit dem Titel „The Black Freak Show“ im Kabarett-Theater Sanftwut. Er schluckte vor den Zuschauern sowohl Rasierklingen an einem Faden als auch Feuer. Hämmerte sich Nägel in die Nasen und zeigte den Zuschauern zu guter Letzt, wie er sich eine lange Nadel durch die Hand steckte. Nichts für schwache Nerven, aber es war eine gute und unterhaltsame Show.
Danach folgte ein längerer Aufenthalt im Heido. Ich glaube über das heidnische Dorf muss ich an dieser Stelle nichts mehr sagen. Es lohnt sich immer.
Silke Bischoff
Das musikalische Highlight des heutigen Tages, wenn nicht sogar des gesamten Wave Gotik Treffens, war der Auftritt von Silke Bischoff bzw. Teilen der Band, die noch lebten, mit mehreren Gastsängern unter anderem Alexander Veljanov von Deine Lakaien und Sven Friedrich von Solar Fake bzw. Zeraphine. Der Auftritt wurde vor allem durch eine Akkustik-Version sehr sentimental. Die Zuschauer kamen auf jeden Fall sehr auf ihre Kosten.
Der WGT-Montag
Den WGT-Montag startete ich tatsächlich entspannt mit einer Lesung. Fitzek las Passagen aus seinem Thriller „Das Kalendermädchen“ vor. Unterbrochen und angereichert mit Wissenswertem und Geschichten aus dem realen Leben wie z.B. dass ein Lektor ihm „dumme Ideen“ nicht durchgehen lassen würde. Auch wenn es im Gegensatz dazu reale Verbrecher gibt, die sich nicht sehr schlau anstellen. Sowie urbanen Legenden, dass bei Pink Floyds „Another Brick in the Wall“ teilweise deutsche Textpassagen von einem Kinderchor zu hören sind.
Der anschließende Vortrag von Mark Benecke war gut besucht. Nur zur Info: Der Saal wird vorher einmal geleert. Das Thema war Kannibalismus. Und so lernte ich viel über verschiedene Formen des Kannibalismus: Von Kannibalismus zum Überleben bis zur Bindungsstörung. Ich möchte hier nicht zu viel spoilern. Seht euch gerne einen Vortrag von ihm an.
Ost+Front
Danach sah ich zum ersten Mal die neue deutsche Härte Band Ost+Front. Der Auftritt war interessant, aber riss mich sonst nicht so mit.
Camouflage
Camouflage bildete den krönenden Abschluss für mich. Ein guter 80er Jahre-Sound und bis zu dem Auftritt war mir gar nicht bewusst, dass ich sogar drei Camouflage-Hits kenne.
Soziales
Es sind nicht mehr die guten alten Zeiten, in denen die SM-Leute – die Social Media-Leute sind hier gemeint – auf einem Haufen herumhängen und man in mehrere auf einmal hineinläuft. Auch ist es schwieriger zu sagen, wer noch zu dieser Gruppe gehört, da jetzt auch sehr viele „Normalos“ Sozial Media nutzen – ja jetzt sind auch Gruftis mal Normalos. Mit Social-Media-Menschen sind die Early-Adopter, die damals Twitter nutzten, gemeint gewesen.
Getroffen habe ich jedenfalls Lex, Peer, Der_Doctor, Ramona, Geran, Lady_Vampire1692 und Diazomethan, sowie Last Minute noch Assmodia und JohannVanStaal.
Das ist wahrscheinlich auch das letzte Mal, dass ich versuche in einem Blogpost alle aufzuzählen. Ich habe hier Bluesky- und Instagram-Links genutzt, aber Dank der Twitter-Diaspora sind die Leute auf verschiedenen sozialen Medien aktiv.
Nicht zu vergessen, dass ich natürlich viele Leute meiner Wahlfamilie getroffen habe. Fühlt euch geflauscht, wenn ihr das lest und mögt.
Fazit
Ein gutes Wave-Gotik-Treffen mit interessanten Eindrücken.
Disclaimer
Der Titel dieses Artikels „Besser spät als nie“ bezieht sich darauf, dass ich den Artikel wesentlich später veröffentlich habe. Ich hatte den Artikel schon zu 80 Prozent fertig und habe dann an einzelnen Formulierungen sehr lange gehangen. Das werde ich in Zukunft anders handhaben 🙂

