Decke aus Röhren und Leitungen der Seidenstraße beim 32C3 Chaos Communication Congress

Bericht vom 32c3 in Hamburg 2015 – Mein erster Chaos Communication Congress

Decke aus Röhren und Leitungen der Seidenstraße beim 32C3 Chaos Communication CongressDer Chaos Communication Congress 2015 oder kurz 32C3 war mein erster Congress vom CCC. Und dementsprechend war ich am Anfang noch ein wenig orientierungslos.

Der Aufbau im Congress Center Hamburg glich einem Bienenstock, in dem Informatiker und Interessierte wie in einem Bienenschwarm umherschwirrten, sich selbstständig organisierten und sich zu diversen Gruppen zusammenschlossen, um Vorträgen zu lauschen, zusammen zu arbeiten, zusammen zu diskutieren oder zu philosophieren.

Automatische Cocktailmaschine auf dem 32C3 Chaos Communication Congress DIYIch sah viele Maschinen, die verschiedene Funktionen erfüllten. Einige bereiteten Cocktails vor, eine andere wiederum bestickte Stoff nach einem vorher eingegebem Muster oder bestanden nur aus einem Display, das von außen angesteuert werden könnte und so Botschaften oder schöne Bilder zeigte. 3D-Drucker muss ich jetzt sicher nicht extra erwähnen. Das klingt nun im ersten Moment für einige vielleicht nicht so spektakulär, aber dabei muss bedacht werden, dass die Maschinen alle per Hand gebaut, mit Software versorgt und nicht industriell gefertigt wurden.

Projektion von Höhenmetern auf Sandfläche auf dem 32C3 Chaos Communication CongressHervorgehoben werden muss dabei zum einen das Gerät, das erst eine Sandfläche einscannte und je nach Höhe verschiedene Höhenmeter zurückprojezierte. Und ja es konnte die ganze Zeit im Sand gespielt werden. Die Farbe der Projektion passte sich entsprechend an. Zum anderen die sogenannte „Seidenstraße“ – ein Geflecht aus diversen Röhren, in denen per Druckluft in speziellen Behältnissen alle möglichen Dinge transportiert werden konnten – also das Rohrpostprinzip. Den ominösen Crêpes-Roboter habe ich leider nicht gefunden. Naja, vielleicht nächstes Jahr!

 

Tardis auf dem 32C3 Chaos Communication CongressAuch fand ich das miteinander sehr schön. Die Leute nahmen Rücksicht aufeinander. Auffallend war auch, dass es auf Getränke, abgesehen von Cocktailgläsern keinen Pfand gab. Es gab sogenannte Dropstations – Kästen, in die leere Flaschen gelegt werden konnten. „Draußen“ hätte so ein Prinzip nicht funktioniert.

 

Ansonsten lernte ich schnell, das die vielen Vorträge eher nebenbei besucht werden und es mehr um das drumherum ging. Ein Zettel mit möglichen ToDos sollte dabei Anfängern erleichtern, sich zurecht zu finden:

ToDo-Liste auf dem 32C3 Chaos Communication Congress 2015Ich im Bällebad beim 32C3 Chaos Communication CongressDen Punkt „Get lost in CCH“ konnte ich sofort anhaken. Ein Bekannter von mir, der Helfer auf dem 32C3 war, schaute nicht schlecht, als @fettlaus sich für seine tolle Arbeit bedankte nur um im Anschluss den Punkt auf der Liste abzuhaken. Später war ich zwar im Bällebad, verlor aber zum Glück mein Smartphone nicht, fand allerdings auch kein anderes.

Am meisten war ich in der Konstellation @dekokeks, @_badmaxx_, @fettlaus und @okyeh unterwegs. Wir hatten viel Spaß als wir über ein Display verschiedene Botschaften schickten, die wohl nur wir lasen, und eine Kontaktanzeige im Wiki hinterließen: „Software sucht Hardware“. Nach dem häufigeren Genuß von Slush aus der Maschine kam @_badmaxx_ schließlich auf die Idee bis zum nächsten Jahr eine eigene Slushmaschine aus einer Waschmaschine zu bauen:

Löten auf dem 32C3 Chaos Communication Congress 2015Allerdings einigten wir uns später darauf, dass diese auch aus einem Trockner gebaut werden könnte. Beim Löten waren „nur“ der kleine Bruder von @dekokeks richtig aktiv und gab uns Großen gute Tipps für später – wir wollten uns vor dem Kleinen nicht die Blöße geben dann lieber zu Hause in Ruhe löten.

Auf dem 32C3 traf ich aber auch die @danielasGedanke mehrmals. Neu lernte ich den @pattafeufeu kennen.

 

 

Am meisten inspirierte mich aber die Begegnung mit @MarvinGS . Mit ihm habe ich in der Oberstufe mehrer Informatikkurse besucht und vor zwei Jahren trafen wir uns bei dem Ehemaligentreffen seiner Schule wieder. Er erzählte mir von der Gründung des Oldenburger Hackspaces Mainframe und dessen Entwicklung bis heute, die stark mit seiner persönliche Geschichte verknüpft ist. Wenn Hamburg nicht schon zwei Hackspaces hätte, so hätte ich spätestens jetzt Lust, einen zu gründen – ja ich weiß, solche Gedanken bei meiner katastrophalen Zeitplanung. Inspirationspartikel sprangen über und trafen mich. Einen Satz von @MarvinGS fand ich sehr schön:“Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen könnte man so etwas jeden Tag machen!“ Mit „So etwas“ war dabei der 32C3 gemeint.

Laser beim 32C3 Chaos Communication Congress 2015Mit einem weiteren ehemaligen Schulkameraden, der während dieser Veranstaltung bei mir unter kam, diskutierte ich konstruktiv beim Frühstück über das bedingungslose Grundeinkommen und grüne Energien. Die Ideen, die mir an diesem Tag noch in meinem Kopf kamen, notierte ich mir an anderer Stelle.

 

Einen interessanten Vortrag, den ich sah, war der Vortrag zum NSA-Untersuchungsausschuss im Bundestag, der leider an vielen Stellen ungewollt komisch war. Was tut die Politik nicht alles, um zu verschleiern und bloß nicht aufzuklären:

Des Weiteren kann ich euch zur Unterhaltung nur Hacker-Jeopardy ans Herz legen:

Weitere Vorträge findet ihr in der Mediathek: https://media.ccc.de/c/32c3

Wird der @_badmaxx_ seine Slushmaschinen gebaut haben? Haben @fettlaus und ich unsere Platinen fertig gelötet? Hat die Software Hardware gefunden? Alles Weitere lesen Sie bei der nächsten Folge von CCC-Clan de dö de dö de dö dö dö de de döö…

6 Gedanken zu „Bericht vom 32c3 in Hamburg 2015 – Mein erster Chaos Communication Congress“

  1. Den MarvinGS kenne ich auch und habe ihn bereits mehrfach im Mainframe Oldenburg besucht. Ist ne coole Sau 😀
    Der Besuch eines Chaos Communication Congress steht bei mir auch noch aus, bin ich bisher noch nicht zu gekommen, bedauerlicherweise. Vielleicht sollte ich das mal für nächstes Jahr auf meinen Terminplan setzen.

    1. Unbedingt dieses Jahr! Wer weiß, wo der Chaos Communication Congress 2017 stattfinden wird. Immerhin wird ab nächstem Jahr das CCH für länger renoviert. Ich finde es übrigens immer wieder interessant, wie klein die Welt doch ist 🙂
      Den Mainframe in Oldenburg muss ich auch unbedingt mal besuchen 🙂

      1. Hallo, im Mainframe war ich schon mehrfach. Mit „Marvin“, allerdings nicht mit dem MarvinGS sondern der Marvin heißt wirklich so 😉

        Ist übrigens direkt unter dem Oldenburger computermuseum.

        Was den CCC-Kongress betrifft, bin ich ja neidisch, hast ja auch Klassenkameraden von mir da getroffen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.