Larp Trinkhorn und schwarzer Umhang

Hammaburg oder ein LARP-Tavernenabend im „Zum tanzenden Einhorn“ in Hamburg

Ich hatte einer Freundin versprochen einmal am Tavernenabend in der Hamburger Kneipe „Zum Tanzenden Einhorn“ teilzunehmen, der an jedem dritten Samstag im Monat stattfindet. Dies ist ein LARP-Event, also ein Rollenspiel, bei dem ein Charakter mit dem ganzen Körper dargestellt wird. LARP steht für Live Action Role Playing. Da ich schon immer mal larpen wollte, passte das ganz gut.

LARP-Kleidung und die reale Welt

Und so kam es, dass ich mich letztes Wochenende mit einem schwarzen Umhang und einem Trinkhorn an der Seite aufmachte, um an diesem Treffen teilzunehmen. Ich wartete vor dem Einhorn auf besagte Freundin – die übrigens eine Hure namens Julietta spielte – und wurde von Passanten aufgrund meiner Kleidung kritisch beäugt.Larp in Hamburg - Trinkhorn und schwarzer Umhang

LARP-Taverne im „Zum tanzenden Einhorn“

Als wir das Einhorn zur Öffnungszeit um 18 Uhr betraten, war noch nicht viel los, so dass wir noch helfen konnte, ein wenig umzubauen. So wurde an den Lampen Kerzenhalter aus Ketten befestigt und die in ihnen befindlichen Kerzen ebenso wie die auf dem Tisch schließlich angezündet. Als die normalen Lampen ausgeschaltet wurden, erzeugte das Dämmerlicht der Kerzen im Raum ein tolles Ambiente. Und damit verwandelte sich Hamburg in die Stadt Hammaburg.

Meine erste LARP-Begegnung

Eine Gruppe von drei Personen fragte mich, ob an meinem Tisch noch Platz wäre und setzte sich, als ich bejahte. Wie sich herausstellte, waren die drei eine Schiffsbesatzung und Händler bestehend aus Kapitän, Steuerfrau und Schreiber. Diese mussten in dieser Stadt Gold auftreiben, weil ihr Schiff noch mit einer riesigen Kette mit dem Stadtsiegel wegen fälliger Hafengebühren am Weiterfahren gehindert wurde. Wenn ich die Geschichte auch richtig verstanden habe, war der Kapitän auch nur Kapitän, weil seinem Vater das Schiff gehörte und nicht etwas aufgrund der guten führerischen Fähigkeiten, wie man den immer wieder auftauchenden ironischen Kommentaren der anderen Besatzungsmitgliedern entnehmen konnte.

Mein schwarzer Umhang

Ich kam mit den Personen sowohl IT als auch OT – „In-Time“ und „Out-Time“, also sowohl im Spiel als auch real – immer mehr ins Gespräch. Wir spielten nachher zusammen Skip-Bo und ich lernte viel über die Welt(en) und das Larpen allgemein. Unter anderem auch, dass ich mit der schwarzen Umhangfarbe, einen typischen Anfängerfehler gemacht habe. Mir war aus diversen Pen- und Paper-Runden zwar klar, dass schwarze Roben eher auf böse Magier, Priester etc. hindeuten. Dass allerdings dieses Klischee auch beim Larpen zum Tragen kommt, hätte ich nicht gedacht. Schließlich gibt es das Klischee nicht unbedingt in „normalen“ Mittelalterwelten, wie man sie in Dokumentationen oder Filmen sieht. Mit einem hellroten Umhang wäre ich ungerne am ersten Abend erschienen, aber offensichtlich ist beim Larp farbige Kleidung besser.

Viele auffällige Charaktere

Aber auch andere auffallende Gruppierungen waren in den Räumlichkeiten unterwegs:

  • Zwei Goblins, die des Öfteren rausgeschmissen wurden, weil sie IT versuchten, andere Charaktere zu beklauen
  • Zwei Hühnen, die ebenso breit wie hoch zu sein schienen. Die Rüstung, die die beiden, und der Geweihhelm, den einer der beiden trug, machte sie nicht gerade vertrauenserweckender.
  • Ein Mann mit Zylinder und einem Spaten auf den Rücken auf – wie sich herausstellte ein Totengräber.
  • Ein Mann mit auffallend russischem Akzent und Kosakenkleidung – Dimitri
  • Eine weibliche Kenderin, die eindeutig real zu viel ins Glas geschaut hatte

Die Händler von Eisheim

Zum Ende des Abends tauschte ich noch mit den Händlern von Eisheim Kontaktdaten aus – Update vom 26.08.2015: Die Händler von Eisheim sind jetzt die Nebelgänger. Hat mit den dreien echt Spaß gemacht und wir werden uns nun spätestens auf einem Tavernenabend in Hammaburg sehen.

3 Gedanken zu „Hammaburg oder ein LARP-Tavernenabend im „Zum tanzenden Einhorn“ in Hamburg“

    1. Danke für den Hinweis. Ich habe das mal angepasst 🙂
      Mir kam das auch schon so seltsam vor, weil ein Stadtteil ja auch so heißt. Hätte wohl nur öfter vorbeischauen müssen ^^

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