Mein M’era Luna 2014

Subway To Sally auf dem Mera Luna 2014Dieses Jahr war mein zweites M’era Luna. Da ich schon letztes Jahr auf dem M’era Luna 2013 Erfahrung in Bezug auf Park- und Zeltplatz gewonnen hatte, brach ich dieses Jahr früher auf. Und bekam auf „Parkplatz 2“ – dieser wurde wie letztes Jahr zuerst geöffnet – einen Parkplatz.
Allerdings war dieses Jahr das Chaos ein wenig größer, was auch mit meiner früheren Anreise zu tun haben könnte. Die Schlangen waren länger und die Fastlane hatte mehrere Anstehpunkte: Wie ich später leider feststellen sollte, stellte ich mich bei einem seitlichen an, was sehr zeitlich ungünstig war, da er erst an einen kleinen Zaun und dann zurück führte und so im Endeffekt länger war. Aber wir hatten noch Glück und entdeckten auf Zeltplatz 2 in zweiter Reihe noch ein leeres Karree, das wir sogleich annektierten. Zelte und Zeltdächer wurden ausgebreitet und ich eilte zu einer weiteren Mitcamperin, die noch in der Bandschlange stand, um ihr Zelt und ihren Pavillon zu holen. Wir wurden schnell mehr und auch die @SpringOfRebirth gesellte sich in unser Camp.
Dieses war auch leicht zu beschreiben: Wenn man vom Konzertgelände kommt bei der „David-Hasslehoff“-Flagge gleich links zwischen der Piraten und der „Schwarzes Leipzig“-Flagge in zweiter Reihe. Unsere Campnachbarn schienen ausgeflippt aber nett und „drohten“ uns schon an, dass wir noch viel Spaß mit ihnen haben würden.

Samstag

Real Life Minion Bee-Do auf dem Mera Luna 2014Am nächsten Morgen war deren Vorstellung allerdings eher miserabel: Die Lieder, die sie über ihre schlechten Boxen abspielten, waren akzeptabel, wurden aber fast immer mitten drinnen abgebrochen. Zu unserem Glück gaben die Boxen schnell ihren Geist auf. Auf dem Gelände waren immer wieder interessante Gestalten zu beobachten. Damit meine ich jetzt nicht Gruftis, sondern Leute in ausgefallenen Kostümen, die man nicht unbedingt der Szene zurechnen würde u.a. ein Real-Life-Minion…Personen verbeugen sich vor "heiliger" Person auf dem Mera Luna 2014
Musikalisch begann mein M’era mit dem Auftritt von Henke, der mich vor allem durch den Transport von Emotionen begeisterte. Weiter ging es dann „erst“ später, da wir zwischenzeitlich zu unserem Camp zurück mussten, nachdem der Wind unsere Pavillons umgeweht hatte und wir sie deswegen lieber abbauten. Wir waren aber nicht die einzigen vom Wind Betroffenen: Viele andere Pavillons wurden auch abgebaut und die David-Hasslehoff-Flagge war auch weg.

Stahlmann: Stahlmann legten einen zwar nicht so energiegeladenen – so hatte ich sie das letzte Mal auf dem WGT 2012 erlebt – aber passablen Auftritt hin.

ASPS von Zauberbrüdern: Der Auftritt von ASP war musikalisch gut, hat mir aber trotzdem nicht so gut gefallen. Mag sein, dass mir der sanftere Auftritt von dieser Band nicht so gefällt oder ich gerade einfach nicht in der Stimmung war.

Das Ich: Die Halle war leider schon rappelvoll, allerdings konnten wir uns auf der Leinwand vor dem Hangar den Auftritt ansehen. Mit dem nach seiner Erkrankung inzwischen wieder voll genesenen Stefan Ackermann überzeugte „Das Ich“ das Publikum – beim ersten Auftritt nach der Zwangspause beim WGT 2013 war ihm die überstandenen Krankheit noch anzumerken. Musikalisch unterstützt wurden sie dabei von dem „Metzger“ und Schneewittchen. Das letztere Cross-Over mit der Stimmgewalt von Marianne Iser begeisterte mich dabei sehr.

Subway to Sally: Auch wenn ich Subway to Sally schon Jahre lang gehört habe, war dies doch tatsächlich der erste Auftritt, den ich sehen sollte – ich hatte es vorher leider nie geschafft. Der Auftritt war eine ganz nette Kombination aus Bühnen- und Feuershow. Allerdings war ich ein nachher wenig enttäuscht, vielleicht habe ich durch die ganzen Jahre des Wartens mir mehr erhofft und zu viel erwartet.

Marilyn Manson: Wenn ich eines im Leben nie sein möchte, dann ist es Bühnenmitarbeiter bei einem Auftritt von Marilyn Manson. Manson stieß bei fast jedem zweiten Lied das Mikro oder einen Strahler um, wenn nicht sogar beides, so dass ein Roadie loslief, um das Gerät wieder aufzustellen. Auch muss ein Kameramann Ängste ausgestanden haben als Manson seine für den Auftritt ausgestellte Kamera teilweise sogar am Kabel durch die Gegend zog. Mag sein, dass das Verhalten nur für sein „Bad Boy“-Image war. Am des Auftrittes jedenfalls umarmte er einen Roadie und verließ so mit ihm die Bühne. Musikalisch war der Auftritt eher durchwachsen. Ich habe Marilyn Manson nun mal gesehen, aber ein Konzert von ihm muss ich nicht gehen.

Within Temptation:Within Temptation auf dem Mera Luna 2014 Der Auftritt von Within Temptation begeisterte mich richtig. Es begann schon mit dem kolossalen Bühnenaufbau, der sicher auch durch die gute Beleuchtung in der Dunkelheit noch pompöser wirkte, und bewirkte, dass man mit offenem Mund die Bühne beobachtete. Eine gute Feuershow, die entertainerischen brillianten Fähigkeiten und gute Stimme von Sharon den Adel rundeten das Ganze ab. Ihre musikalischen Klasse stellte die Band nicht nur durch das spielen ihrer alten Lieder, sondern auch durch das covern aktueller Hits wie „Summertime Sadness“ unter Beweis.

Sonntag

Am Sonntag ging es musikalisch für mich erst später los:

Letzte Instanz:Letzte Instanz auf dem Mera-Luna 2014 Crowdsurfing Letzte Instanz legten einen sehr guten Auftritt inklusive Crowdsurfing von drei Bandmitgliedern hin. Bei einem Lied von ihrem neuen Album baten sie die Menge, das Lied aufzunehmen und bei Youtube hochzuladen. Eine geniale Marketingaktion, bei der ich gerne mitgemacht hätte, nur musste ich zu Hause feststellen, dass die Soundaufnahmequalitäten meines Handys leider zu schlecht sind.

Faun: Da nach Faun drei Bands kamen, die ich unbedingt aus der Nähe sehen wollte, machte ich hier eine kleine Pause und legte mich auf eine Decke auf dem Asphaltboden und sah mir das Spektakel aus der Ferne an. Ganz nett, aber nicht so das meine.

Deine Lakaien: Bei den Lakaien stellte ich mich wieder in die Menge, auch im Hinblick darauf bei „And One“ später weiter vorne zu stehen. Hatte ich sie letztes Jahr noch akkustisch erlebt, so waren sie dieses Jahr wieder „normal“ unterwegs. Mir gefallen beide Arten von Arrangements und auch der diesjährige Auftritt war sehr schön.

In Extremo: Auch In Extremo sah ich zum ersten Mal live. Während des Auftrittes schob sich ein die Menge überragender junger Mann schätzungsweise 2,10 m nach vorne. Da er bei warmen Temperaturen kein Shirt trug, machte ihm die Menge auch bereitwillig Platz. Ich hörte schon das Murren der „kleineren“ Leute, vor die er sich gestellt hatte. Problematisch wurde es erst, als sich Freunde von ihm drängelnderweise dazu gesellten und anfingen wild zu pogen. Im Allgemeinen habe ich keine Probleme damit, wenn Leute pogen wollen. Wenn die Mehrheit es möchte ziehe ich mich zurück und lasse den Dingen ihren Lauf. Hier war das Problem, dass außer der Gruppe von diesen fünf bis sechs Leuten keiner die Lust dazu hatte. Nach mehreren Versuchen, die durch den lauten Protest des Umfeldes unterbunden wurden, löste sich die Gruppe schließlich auf. Das hat mir den Auftritt leider ein wenig verleidet. Aber ich schaue mal, wie es das nächste Mal ist, wenn ich mir In Extremo ansehe 🙂

And One:And One auf dem Mera Luna 2014 And One bildeten einen guten Abschluss für das M’era Luna. Steve Naghavi hüpfte energiegeladen über die Bühne und interagierte großartig mit dem Publikum. Die Stimmung war bombastisch. Dazu hatte ich mich in die ca. fünfte Reihe vorgearbeitet, so dass ich eine sehr gute Sicht hatte. Das ganze Konzert kann man sich auf Youtube ansehen – siehe unten.

Auf dem Rückweg sah ich erst ein „Einhorn“ und dann zwei bis drei weitere. Im Vorbeigehen machte ich ein paar Fotos. Zurück im Lager zog nach einer Zeit die Gruppe Einhörner – die inzwischen schon zu einer Herde angewachsen – am Lager vorbei, so dass wir noch einmal unbedingt Fotos machen mussten. Ich machte auch Fotos mit ihnen. Einhörner Einhorn Herde auf dem Mera Luna 2014 Mir wurde Angeboten auch auf einem zu reiten, aber nachdem die Person, die sich vorher knipsen lassen wollte dabei fast gestürzt wäre, was auch am Alkoholzustand des Einhorns gelegen haben könnte, habe ich davon abgesehen.
Den Rest des Abends nahm dann das Abschiedstrommeln ein. Wer es noch nicht kennt: Es wird mit „Müll“ z.B. kaputten Zeltstangen, leeren Flaschen als Abschlussritual getrommelt.

Die Abfahrt

Toilettenschild: Max. 12 Personen oder 800kgMüde packten wir am Montag unsere Sachen zusammen und reihten uns nach der Verabschiedung unserer anderen Mitcamper in die Autoschlangen ein, die das Gelände verlassen wollten. Auf einmal scherte ein Auto aus. Wir waren erst ein wenig verwundert, sahen dann aber die Flammen, die vom trockenen Feldboden nach oben züngelten und einen schwarzen Fleck größer werden ließen. Ich war ein wenig langsam und bevor mir die Tragweite des Feuers bewusst wurde, waren schon viele andere da und löschten das Feuer mit den Inhalten ihrer Getränkeflaschen. Das Feuer war schnell aus. Diese Situation lies meinen Glauben an die Menschheit neu aufleben. So viele Leute sofort so hilfsbereit. Das war ein schönes Abschlusserlebnis.
Nach einer müden Fahrt mit Stauumgehung aber gesperrter Umgehungsstraße kam ich schließlich in Hamburg an und war froh, als ich nach dem Absetzen meiner Mitfahrerinnen mich ein wenig ausruhen konnte. So ein Festivalwochenende ist schön, aber schlaucht ganz schön 😀

3 Gedanken zu „Mein M’era Luna 2014“

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