Nepalesische Toilette mit externer Spülung

Es nullt einen – ein kleines Reisefazit

Ein kleines Reisefazit der anderen Art vorweg bevor ich euch mit den einzelnen Artikeln der Reise nerve – ja, ich spamme euch dann mit den einzelnen Trekkingtagen zu 😉
Aber zurück zum Thema. So eine Reise nullt einen total. Und damit meine ich, sie bringt einen auf den Boden der Tatsachen zurück. Auch wenn ein Europäer vorher weiß, dass wir in Luxus leben und es anderswo eben nicht so gesegnete Bereiche gibt, ist es ein ganz anderes Gefühl, dies auch mal zu erleben.

Heiße Duschen

Ich hätte es nie gedacht, aber nach so einer Reise weiß ein Luxusbürger eine heiße Dusche so richtig zu schätzen. Längst nicht jede Unterkunft hat überhaupt eine Dusche und noch dazu eine heiße. Diese muss natürlich auch bezahlt werden. Da fällt einem das Rasieren oder das Haare waschen schwer – zugegebenerweise hatte ich mit dem Letzteren nicht so das Problem.

Die „Toiletten“

Die Toiletten waren auch so ein Thema. Mit ein wenig Glück gab es Toiletten mit Spülung. Allerdings hatten die meisten Klos eine „externe“ Spülung, sprich eine große Wassertonne, aus der mit einem kleinen Behältnis geschöpft wurde. Bei europäischen Toiletten, bei denen bei einem Spülgang an die 10 Liter die Erleichterung in die ewigen Jagdgründe spülen, kommt der Toilettengänger gar nicht auf den Gedanken, dass bestimmte Dinge dazu neigen oben zu schwimmen. Diese Dinge wie in Europa zu entsorgen scheitert dann teilweise daran, dass beim externen Behälter auf Grund geschöpft wird, sprich kein Wasser mehr da ist.

Nepalesische Toilette mit externer Spülung

Spartanische Zimmer

Die Zimmer sind eher spartanisch eingerichtet – soweit so gut. Es gibt keine Heizung, was nur in höheren Lagen auffällt – zufälligerweise waren wir nachher genau da. Auch Strom war auf den Zimmern eher Mangelware. Also waren wir Reisenden gut damit beraten externe Akkus für mobile Endgeräte – sei es das Smartphone oder die Digitalkamera – dabei zu haben.

Das Internet

Auch wenn ich später dazu noch in einem eigenen Artikel etwas schreiben werde: Wie vermutet war nicht an allen Strecken mobiles Netz zu finden. Verständlicherweise waren die von Touristen mehr besuchten Gebiete oben™, aber auch nicht ganz oben besser versorgt. Ein kostenpflichtiges WLAN über ein mehrere Orte umfassendes WLAN-Netzwerk gab es aber meistens. Generell finde ich es nicht schlimm mal offline zu sein. Nur dass hierbei die Planbarkeit fehlte, störte mich doch – schließlich möchte der fürsorgliche Verreisende einigen Leuten zu Hause wenigstens sagen können, für wie viele Tage ca. Funkstille ist und nicht etwa „vielleicht“ ist das so.

Höhere Preise gerechtfertigt

Bevor es aber wie Gemeckere klingt: Höhere Preise bzw. überhaupt extra Geld für etwas zu verlangen, was bei uns Standard ist, ist vollkommen ok. Es muss bedacht werden, wie teuer z.B. eine heiße Dusche in Bezug auf die dabei verwendeten Rohstoffe ist. Einige Lodges werden von Familien betrieben. Und die müssen ihre Unkosten irgendwie wieder reinbekommen.

Körperliche Belastung

Über 5000 Höhenmeter merkst du jeden weiteren Höhenmeter.
Einerseits habe ich dadurch noch mehr Respekt vor den Leuten, die die höchsten Berge besteigen wollen. Andererseits fragte und frage ich mich umso mehr, ob es das wert ist, für so etwas sein Leben zu riskieren und damit gleichzeitig geliebte Menschen zurück zu lassen. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe gemerkt, wie stark die Belastung bei „nur“ ca. 5000 Metern ist. Und bin froh es wieder nach unten zu geschafft zu haben.

Krankheit unter diesen Bedingungen

Ich spoilere schon mal, in dem ich sage, dass einige meiner Reisegruppe während des Tripps krank geworden sind. Die Frage ist, wie unter den oben genannten hygienischen Bedingungen und wie Erkrankte in der Höhe und wenn überhaupt mal maximal bei Ofenwärme gesund werden können. Auch hier denke ich an die guten Bedingungen, die wir in Deutschland haben, und bin echt dankbar!

Das Fazit vom Fazit

Ich bin froh, mir einen Lebenstraum von meiner Bucket List erfüllt zu haben, wenn die Reise auch teilweise anders war, als erwartet. Dieses extreme Nullen bzw. Das einen auf den Boden der Tatsachen zurück bringen, bringt einen auf jeden Fall noch einmal dazu über sein gesamtes Leben nachzudenken. Ja, ich werde Luxus nun mehr zu würdigen wissen. Gleichzeitig die Frage: Bin ich auf dem richtigen Weg? Und wer bin ich eigentlich?

4 Gedanken zu „Es nullt einen – ein kleines Reisefazit“

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